BP-Zentrale, Lingen

Auf einem etwa sechs Hektar großen Gelände entstand der neue Gebäudekomplex. Seit Bezug im Sommer 2019 sind hier moderne Räume für Verwaltung und Büro, fortschrittliche Labore, die eigene Werksfeuerwehr, Werkstatt und die Kantine untergebracht. Die Funktionseinheiten sind in eigenständigen Gebäudeteilen angeordnet und über die Eingangshalle als zentralen Verteiler miteinander verbunden.

Leistungen

Baubegleitende Panung für den Neubau der Firmenzentrale:

  • Objektplanung in der Leistungsphase 5
  • Tragwerksplanung in den Leistungsphasen 1-6
  • Technische Gebäudeausrüstung in den Leistungsphasen 1-6
  • Außenanlagen / Freianlagen in den Leistungsphasen 1-5
  • Wärmeschutznachweis / EnEV
  • Thermische Gebäudesimulation (Atrium, Pyramidendach)
Facts & Figures
Unternehmen

LINDSCHULTE Ingenieurgesellschaft mbH

Fertigstellung

2019

Kompetenzbereich

Gebäudetechnik + TGA, Architektur + Hochbau, Infrastruktur + Ingenieurbau

Bauart

Neubau

Gebäudeart

Büro + Verwaltung

Ausgeführte Arbeiten

Objektplanung LPH 5, Tragwerksplanung LPH 1-6, Technische Gebäudeausrüstung LPH 1-6, Außenanlagen / Freianlagen LPH 1-5, Wärmeschutznachweis / EnEV, Thermische Gebäudesimulation

ARGE

ARGE BP Lingen Leuchtturmprojekt (LINDSCHULTE mit Hofschröer und Mainka, Bolles + Wilson)

Bauherr

BP Europa SE

Projektbeschreibung

Das Atrium selbst ist das kommunikative Herz der BP-Zentrale, das alle Mitarbeiter in hoher und identitätsstiftender Aufenthaltsqualität zusammenbringt. Tageslicht fällt durch die aufgesetzte Pyramide und beleuchtet so den gesamten Innenhof und die zum Atrium orientierten Arbeitsplätze der Open Space-Bereiche. Große Verglasungen ermöglichen den Blick in die verschiedenen Geschäftsbereiche.

Auf der Stahlkonstruktion der Pyramide erfolgte die Montage der transluzenten, thermisch getrennten ETFE-Folienkissen, welche mit einer steuerbaren LED-Beleuchtung umgeben wurden – so ist eine individuelle Illumination der Pyramide möglich.

Der Entwurfsgedanke für die Gebäudeteile der jeweiligen Funktionseinheiten folgt den funktionalen und wirtschaftlichen Vorgaben sowie einer flexiblen Herstellung einzelner Gebäudestrukturen. Für die individuellen Gebäudeteile wurden Tragkonstruktionen gewählt, die sowohl hinsichtlich der baukonstruktiven Ausführung, zum Teil durch entsprechende Vorfertigungsgrade als auch den weiteren Ausbau durch Folgegewerke betreffend einen Baufortschritt ermöglichen, ohne jedoch die an das Bauwerk gestellten Qualitäten und Anforderungen zu mindern.

Eine besondere Herausforderung an die Planungen waren die vollkommen unterschiedlichen Themenwelten: Verwaltung und Büro, Laborbetrieb, Kantine sowie Feuerwehr und Werkstätten. Jeder Nutzungsbereich ist in möglichst kompakter Bauart geplant, jeder Bereich muss sowohl für sich genommen funktionieren als auch im Zusammenspiel als Gesamtkomplex.

Dank der kompakten Struktur des Gebäudes konnten große unversiegelte Grünflächen geschaffen werden, die Höfe und Freiflächen wurden in der Anlagenplanung als Grünflächen mit Bäumen angelegt und haben neben einer ansprechenden Optik auch einen funktionalen Zweck: Sie dienen der Oberflächenentwässerung, sofern sie nicht als Bewegungsflächen gebraucht werden.

Die technische Gebäudeausstattung betrifft vier Bauteilgruppen: Das Büro- und Verwaltungsgebäude, das Labor, die Werkstatt und die Betriebsfeuerwehr. Modernste Kommunikationstechnik ermöglicht den bisher gut 360 Mitarbeitenden hier flexible Videokonferenzen und ortsunabhängiges Arbeiten auch abseits des eigenen Schreibtisches. Innovative Metall-, Heiz- und Kühldecken, deren dünne Rohrleitungen je nach Bedarf warmes oder kaltes Wasser wie bei einer Fußbodenheizung durchströmt, sorgen für angenehmes Klima in den Büros.

Auf die Planer von LINDSCHULTE wartete beispielsweise ein Klopfprüfstand für Benzin und Diesel, der im Labor eingerichtet werden sollte. Hier müssen unter anderem definierte Luft- und Abluftmengen zugeführt werden sowie drei bis vier Sonderluftarten für spezielle Arbeitsbereiche. Während der Arbeit entstehen im Labor enorme Wärmelasten, beispielsweise geben die Maschinen viel Wärme in den Raum ab. Die Abfuhr der Wärme sowie Zuführung gekühlter Luft musste möglichst zugfrei gestaltet werden, so wird ein angenehmes und gesundes Raumklima für die Mitarbeiter geschaffen. Die Lösung: Ein ausgefeiltes Konzept für die Klimatechnik.

Für die Leitwarte der Feuerwehr beauftragte BP noch weitere Planer, allerdings gab es auch hier viele Schnittstellen mit LINDSCHULTE, beispielsweise im Hinblick auf die Brandmeldeanlage, die Sprinkler und die Aufzugstechnik. Auch das Zugangskontrollsystem, welches in der Regel von den Kollegen an der Pforte bedient wird, kann bei Bedarf auf die Leitwarte umgestellt werden. Der Raum, der für Laien in erster Linie wie ein simples Büro mit einigen Bildschirmen aussieht, gleicht unter der Oberfläche eher dem Cockpit eines Flugzeugs mit seinen sensiblen Geräten und den enormen Datenmengen, die Fachkräfte hier auswerten müssen.

 

Impressionen