Wertvolle Unterstützung des BKW Ökofonds

Amphibien gemeinsam schützen. Im neuen Jahresbericht des BKW Ökofonds erfahren Sie unter anderem, wie sich der BKW Ökofonds für geschützte und zum Teil gefährdete Tiere einsetzt.

In mehr als 50 Projekten hat sich der BKW Ökofonds im vergangenen Jahr für die ökologische Aufwertung im Gewässerraum engagiert. Mit fachlicher oder finanzieller Unterstützung trug er dazu bei, dass weitere Fliessgewässer revitalisiert Moore regeneriert oder Tümpel erstellt werden konnten.

Auch den Lebensräumen von Amphibien wie Laubfröschen, Gelbbauchunken, Kreuzkröten oder Kammmolchen widmet sich der BKW Ökofonds in verschiedenen Projekten. Zwei davon stellen wir im diesjährigen Jahresbericht näher vor.

«Einer der Hauptgründe für den Rückgang der Amphibien ist, dass wir ihre Lebensräume zerstört haben», sagt Beatrice Lüscher von der Koordinationsstelle für Amphibien- & Reptilienschutz in der Schweiz (karch) im Jahresbericht des BKW Ökofonds. Man hat Flüsse begradigt und ganze Landschaften ebenso wie einzelne Tümpel und Weiher gezielt trockengelegt. «Zum Glück können sich alle Arten auch mit gewissen Sekundärlebensräumen arrangieren wie etwa Kies- oder Lehmgruben, oder mit gezielt aufgewerteten Lebensräumen.»

Hier setzt der BKW Ökofond ein, der eine Vielzahl an Projekten zur Förderung der Amphibien unterstützt oder selbst realisiert. Diese Unterstützung sei sehr wertvoll, betont Sarah Althaus, die ebenfalls bei der karch tätig ist. Wenn die beiden Biologinnen von Amphibien und ihren erfolgreichen Projekten erzählen, sind sie mit Herzblut bei der Sache. «Amphibien mit ihrer Lebensweise in und am Wasser faszinieren mich sehr», sagt Sarah Althaus. «Es sind einfach schöne Tiere, auch wenn sie für Aussenstehende vielleicht kalt und glitschig erscheinen, man muss einfach genauer hinschauen.» 

Gelbbauchunke
Gelbbauchunke © Adobe Stock

Sie sind skeptisch? Dann überzeugen Sie sich selbst im Fokusthema dieses Jahresberichts!

Nicht nur die Natur, auch die Menschen profitieren von Renaturierungen. Trotzdem braucht es bei der Umsetzung immer auch Überzeugungsarbeit, Kompromisse und Durchhaltewillen. Thomas Richli, Geschäftsführer des BKW Ökofonds, erklärt, wie er Kritiker ins Boot holt und seine Expertise aus dem Kraftwerksbau einbringt.

Neben der rein finanziellen Unterstützung setzt der BKW Ökofonds zahlreiche Renaturierungen selbst um. Wie findet der Fonds geeignete Projekte?

Thomas Richli: Wir suchen gemeinsam mit Partnern nach geeigneten Orten, zum Beispiel mit der Fachstelle Ökologie der KWO oder mit Umweltingenieurbüros. Manchmal gelangen Landeigentümer auch direkt an uns. Wertvolle Informationen liefern uns zudem die ökomorphologischen Karten der Gewässer der Kantone. Darauf ist der Zustand der Fliessgewässer und der Uferbereiche dokumentiert: Ist das Gewässer natürlich, künstlich oder unterirdisch eingedolt? Ist die Fischwanderung intakt? Gibt es Neophyten? So sehen wir, wo es sich lohnt, zu investieren.

Das Projekt in Spärs am Ufer des Nidau-Büren-Kanals konnte kürzlich nach zwei Jahrzehnten abgeschlossen werden. Warum dauern Renaturierungsprojekte so lange?

Thomas Richli: Spärs ist wohl eher die Ausnahme. Archäologische Funde und der schlechte Baugrund hatten das Vorhaben stark verzögert. Aber Renaturierungsprojekte brauchen in der Tat einen langen Atem. Sie dauern manchmal fast so lange wie ein Kraftwerksbau. Neben den üblichen Planungs- und Bewilligungsverfahren beansprucht der Dialog mit der Bevölkerung Zeit. Das ist auch wichtig. Am Schluss sollen alle Beteiligten hinter dem Projekt stehen. Die Eigentümer und landwirtschaftlichen Pächter zu überzeugen, ist das A und O. Wir müssen die ihre Anliegen ernst nehmen, sie frühzeitig ins Projekt einbeziehen und überzeugende Alternativen aufzeigen.

«Renaturierungsprojekte brauchen einen langen Atem.»
Thomas Richli, Geschäftsführer BKW Ökofonds

Jahresbericht 2021 - BKW Ökofonds

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