Aus Bauschutt wird Baustoff

Gebrauchte Baustoffe aus Rückbau, Umbau und Sanierung sind viel zu wertvoll für die Entsorgung. Vor allem, weil natürliche Ressourcen wie Sand oder Kies immer knapper werden. Die Nutzung von Recyclingbaustoffen bringt viele positive Effekte mit sich.

Wer baut, braucht Rohstoffe. In der Regel kommen diese Rohstoffe aus natürlichen Lagerstätten der Umwelt. Doch wie andere Naturprodukte auch sind sie endlich. Die gute Nachricht: Wenn wir Bauabfälle, Bauteile und Abbruchmaterialien zu neuen Baustoffen wiederaufbereiten und wiederverwenden, können wir die natürlichen Rohstoffressourcen schonen. «Das recycelte und qualitätsüberwachte Material ist hochwertig und kann als Alternative zu herkömmlichen Baumaterialien ohne Bedenken eingesetzt werden», sagt Stephan Ziermann, Fachbereichsleiter bei der IFB Eigenschenk GmbH im deutschen Deggendorf. Tatsächlich sorgen klare Normen und Richtlinien zusammen mit besten Aufbereitungstechniken dafür, dass Recyclingbaustoffe qualitativ hochwertig sind. Sie sind vielseitig einsetzbar in fast allen technischen Bauwerken wie auch bei der Herstellung von Bauprodukten.

DIE KREISLAUFWIRTSCHAFT FÖRDERN

Eine weitere gute Nachricht: Mit Recyclingbaustoffen kann jeder, auch der öffentliche Bauherr, aktiv zum Klima- und Umweltschutz beitragen. Der Einsatz recycelter Baustoffe senkt nicht nur die Baukosten, er verringert auch den Rohstoffabbau von Sand, Kies und Gestein. Und es werden weniger Flächen verbraucht. Recyclingbaustoffe mindern zudem luft-, lärm- und klimawirksame Emissionen, denn durch die ortsnahe Aufbereitung sind die Transportwege kürzer und die Verkehrsbelastung ist geringer. Es werden weniger Deponien gebraucht und die Kreislaufwirtschaft wird gefördert. Moderne Aufbereitungsverfahren wie Magnetscheider, Dichtetrennung und Sortierbänder trennen Störstoffe wie Kunststoff und Metalle. Die so wiederaufbereiteten Baustoffe bestehen aus Granulaten und werden im Straßenbau und in Erdbauanwendungen genutzt, zum Beispiel in Lärmschutzwällen. Als Gesteinskörnung dienen sie unter anderem auch für die Herstellung von Betonwerksteinen.

EINSATZ VON RECYCLINGBAUSTOFFEN FESTSCHREIBEN

Der Bauherr sollte den Einsatz von Recyclingbaustoffen von Beginn an mit einplanen. Am besten legt er bereits in den Vorbemerkungen seiner Ausschreibungen fest, dass er sie benutzen will, allerdings – und das ist wichtig – nur geprüft, güteüberwacht und zertifiziert. So hat er die Sicherheit, dass die aufbereiteten Baustoffe die technischen Spezifikationen erfüllen und genauso geeignet sind wie Primärbaustoffe. Ziermann: «Indem der Auftraggeber die Qualitätskriterien festschreibt, kann er bei der Vergabe darauf bestehen, dass Recyclingbaustoffe auch wirklich benutzt werden.» Ganz im Sinne von Umwelt und Klima können Recyclingbaustoffe tatsächlich nur dann ausgeschlossen werden, wenn wasserrechtliche Einbaubeschränkungen bestehen. Das Wasserrecht verbietet an manchen Stellen den Einbau von recycelten Baustoffen

«Das recycelte Material kann als Alternative zu herkömmlichen Baumaterialien ohne Bedenken eingesetzt werden.»

Stephan Ziermann studierte Bauingenieurwesen an der Fachhochschule Deggendorf und ist seit 2003 für die IFB Eigenschenk GmbH tätig. Er war zunächst Laborleiter und ist jetzt Fachbereichsleiter für die Bereiche Deponie, Qualitätssicherung im Erd- und Grundbau sowie für das hauseigene bodenmechanische Labor.

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